Straßenstrich: Unterschied zwischen den Versionen

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Unter '''Straßenstrich''' oder '''Autostrich''' versteht man eine Form der Prostitution, bei der Prostituierte am Straßenrand warten, um im Auto vorbeifahrenden Freiern ihre sexuellen Dienste anzubieten. In der Prostitutionshierachie befinden sich die Frauen und Männer, die auf der Straße stehen, ganz unten.
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Unter '''Straßenstrich''' oder '''Autostrich''' versteht man eine Form der Prostitution, bei der Prostituierte an öffentlichen Straßen warten, um (häufig im Auto vorbeifahrenden) [[Freier|Freiern]] ihre sexuellen Dienste anzubieten.
  
 
=== Namensgebung ===
 
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Die Herkunft des Begriffes '''Strich''' ist nicht ganz geklärt:<br>  
 
Die Herkunft des Begriffes '''Strich''' ist nicht ganz geklärt:<br>  
Eine Erklärung kommt aus der Prostitionsverordnung Wiens zur Zeit der Jahrhundertwende, nach der die Straßendirnen sich nur innerhalb eines bestimmten Bereiches ("hinter dem Strich") am Baumschnepfen ihre Bahnen fliegen um die Aufmerksamkeit der Weibchen auf sich zu ziehen, oder auch die Blutspur, die verwundetes Wild während einer Treibjagd hinter sich herzieht (wohl eine pejorative Anlehnung an die weibliche Menstruation).
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Eine Erklärung kommt aus der Prostitionsverordnung Wiens zur Zeit der Jahrhundertwende, nach der die Straßendirnen sich nur innerhalb eines bestimmten Bereiches ("hinter dem Strich") am Bordsteinrand aufhalten durften (daher evtl. der Begriff "Bordsteinschwalben" für Prostituierte vom Straßenstrich), um die herkömmlichen Passanten nicht zu behindern. Eine andere Erklärung kommt aus der Jägersprache: Als "Strich" wird sowohl eine gedachte Linie auf einer bestimmten Höhe bezeichnet, auf der die balzendenam Baumschnepfen ihre Bahnen fliegen, um die Aufmerksamkeit der Weibchen auf sich zu ziehen, oder auch die Blutspur, die verwundetes Wild während einer Treibjagd hinter sich herzieht (ggf. eine pejorative Anlehnung an die weibliche Menstruation).
  
== Speergebietsverordnung ==
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Abhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Status der Prostituierten existieren spezifischere umgangssprachliche Bezeichnungen ("Babystrich", "Kinderstrich", "Hausfrauenstrich", "Balkanstrich"). Auch die Zielgruppe der Freier kann namensgebend sein (z.B. "Promistrich").
  
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==== Abendstrich ====
  
Der Straßenstrich ist in vielen Städten Deutschlands durch Sperrgebietsverordnungen örtlich begrenzt. Viele Rotlichtviertel und Innenstädte werden so vom Straßenstrich freigehalten.  
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Ein Abendstrich ist eine Straße oder Gegend, in der nur in den Abendstunden Prostitution ausgeübt wird.
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=== Orte und Ausdehnung ===
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In vielen Städten Deutschlands ist die Anbahnung und Ausübung der Prostitution durch Sperrgebietsverordnungen örtlich (und teilweise zeitlich) geregelt. Dadurch entstehen Straßenstriche und Bordelle in Großstädten häufig unmittelbar außerhalb dieser Sperrgebiete und sind außer den Freiern meistens vor allem Taxifahrern bekannt. Die Aufteilung bestimmter Bereiche (z.B. für bestimmte "Stricharten") sowie weitere Beschränkungen werden meist in Selbstjustiz geregelt, überwacht und durchgesetzt.  
  
== Sexuelle Handlung ==
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Auch in ländlichen Gegenden oder z.B. an Autobahnrastplätzen kann es Straßenstriche geben.
  
Die sexuellen Handlungen selbst finden anschließend einerseits im Auto selbst statt, wobei zunächst in der Regel ein ruhiger Stellplatz, etwa ein wenig benutzter Parkplatz mit dem Auto aufgesucht wird. Andererseits kann der sexuelle Kontakt auch "auf dem Zimmer" stattfinden, z. B. in einem Stundenhotel oder, vor allem im Rahmen der organisierten Prostitution, in einem bordellartigen Gebäude.
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=== Sexuelle Handlung ===
  
=== Die Prostituierten ===
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Die sexuellen Handlungen finden im Auto (etwas abseits an einem ruhigen Platz oder in einer speziell dafür errichteten "Verrichtungsbox", einer Art Garage) oder "auf dem Zimmer" statt, z. B. in einem Stundenhotel, in Bordellen (vor allem im Rahmen der organisierten Prostitution) oder in der Wohnung der Prostituierten bzw. des Freiers.
  
Da anders als in strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten hat, finden sich auf vielen  Straßenstrichen Prostituierte, die keine Möglichkeit zur legalen Arbeit in Bordellen, Bars usw. haben, sei es weil sie keine Aufenthalts- beziehungsweise weil Drogenabhängige oder HIV-Infizierte nicht das notwendige Gesundheitszeugnis bekämen. Leider bieten, aus der Not heraus, nahezu exklusiv gerade diese Hochrisikogruppen unter den Prostituierten in Deutschland Sex ohne Kondom an, so dass der Freier der "ohne Gummi" verlangt ein besonders hohes Risiko eingeht. Aus ähnlichen Gründen sind minderjährige Prostituierte fast ausschließlich auf dem Straßenstrich tätig. Ein Beispiel für diese Art von Strich ist der Straßenstrich "Kurfürstenstraße" in Berlin. Abfällige Umschreibungen dafür sind "Baby- bzw. Kinderstrich" oder, wenn an der Straße vorwiegend nur noch "abgewrackte" (d. h. von Drogen, Alkohol, und Krankheit gezeichnete) Prostituierte stehen, "Leichenstrich".<br>
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=== Risiken ===
Weitere Bezeichnungen: "Hausfrauenstrich" für ältere Prostituierte, "Balkanstrich" für Frauen aus Osteuropa. Oft aber bezeichnet sich ein Strich auch nach dem Kundenkreis und wertet sich dementsprechend auf oder ab, ganz unten stehen Orte die häufig von Ausländern besucht werden, so werden unter "Kanaken-" oder "Molukken-Strich" meistens Straßenprostitutionsorte bedacht, an dem Frauen und Männer stehen, die ganz unten auf der Werteskala der örtlichen "Respektshierarchie" stehen und bei "Promi-" oder Bankerstrich", die Straßendamen und -herren der "gehobeneren" Klasse.<br>
 
Meistens sind die Straßen überraschend penibel unter den einzelnen "Stricharten" aufgeteilt, wobei die Durchsetzung von "Platzrechten" von den Prostituierten selbst, von Zuhältern oder durch "Straßen-" bzw. "Platzmakler" erfolgt.
 
  
==Ländliche Gegenden ==
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Auf dem Straßenstrich arbeiten vermehrt Prostituierte, die keine Möglichkeit zur legalen Arbeit z.B. in einem Bordell haben. Gründe dafür können Minderjährigkeit, aber auch fehlende Aufenthalts- bzw. Gesundheitszeugnisse sein. Dies kann für die Freier ein erhöhtes strafrechtliches oder gesundheitliches Risiko bedeuten; speziell beim (gut bezahlten) Sex ohne Kondom besteht ein höheres Risiko, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken.
  
Auch in ländlichen Gegenden gibt es Straßenstrich (in Deutschland vor allem "Balkanstrich", s.o.)
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=== Siehe auch ===
  
== Abendstrich ==
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* [[Stricher]]
Ein Abendstrich ist eine Straße oder Gegend, in der nur in den Abendstunden Prostitution ausgeübt wird.
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* [[w:House of Boys]] (in der Wikipedia)
  
 
{{Aus der Wikipedia}}
 
{{Aus der Wikipedia}}

Version vom 6. November 2006, 16:49 Uhr

Unter Straßenstrich oder Autostrich versteht man eine Form der Prostitution, bei der Prostituierte an öffentlichen Straßen warten, um (häufig im Auto vorbeifahrenden) Freiern ihre sexuellen Dienste anzubieten.

Namensgebung

Die Herkunft des Begriffes Strich ist nicht ganz geklärt:
Eine Erklärung kommt aus der Prostitionsverordnung Wiens zur Zeit der Jahrhundertwende, nach der die Straßendirnen sich nur innerhalb eines bestimmten Bereiches ("hinter dem Strich") am Bordsteinrand aufhalten durften (daher evtl. der Begriff "Bordsteinschwalben" für Prostituierte vom Straßenstrich), um die herkömmlichen Passanten nicht zu behindern. Eine andere Erklärung kommt aus der Jägersprache: Als "Strich" wird sowohl eine gedachte Linie auf einer bestimmten Höhe bezeichnet, auf der die balzendenam Baumschnepfen ihre Bahnen fliegen, um die Aufmerksamkeit der Weibchen auf sich zu ziehen, oder auch die Blutspur, die verwundetes Wild während einer Treibjagd hinter sich herzieht (ggf. eine pejorative Anlehnung an die weibliche Menstruation).

Abhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Status der Prostituierten existieren spezifischere umgangssprachliche Bezeichnungen ("Babystrich", "Kinderstrich", "Hausfrauenstrich", "Balkanstrich"). Auch die Zielgruppe der Freier kann namensgebend sein (z.B. "Promistrich").

Abendstrich

Ein Abendstrich ist eine Straße oder Gegend, in der nur in den Abendstunden Prostitution ausgeübt wird.

Orte und Ausdehnung

In vielen Städten Deutschlands ist die Anbahnung und Ausübung der Prostitution durch Sperrgebietsverordnungen örtlich (und teilweise zeitlich) geregelt. Dadurch entstehen Straßenstriche und Bordelle in Großstädten häufig unmittelbar außerhalb dieser Sperrgebiete und sind außer den Freiern meistens vor allem Taxifahrern bekannt. Die Aufteilung bestimmter Bereiche (z.B. für bestimmte "Stricharten") sowie weitere Beschränkungen werden meist in Selbstjustiz geregelt, überwacht und durchgesetzt.

Auch in ländlichen Gegenden oder z.B. an Autobahnrastplätzen kann es Straßenstriche geben.

Sexuelle Handlung

Die sexuellen Handlungen finden im Auto (etwas abseits an einem ruhigen Platz oder in einer speziell dafür errichteten "Verrichtungsbox", einer Art Garage) oder "auf dem Zimmer" statt, z. B. in einem Stundenhotel, in Bordellen (vor allem im Rahmen der organisierten Prostitution) oder in der Wohnung der Prostituierten bzw. des Freiers.

Risiken

Auf dem Straßenstrich arbeiten vermehrt Prostituierte, die keine Möglichkeit zur legalen Arbeit z.B. in einem Bordell haben. Gründe dafür können Minderjährigkeit, aber auch fehlende Aufenthalts- bzw. Gesundheitszeugnisse sein. Dies kann für die Freier ein erhöhtes strafrechtliches oder gesundheitliches Risiko bedeuten; speziell beim (gut bezahlten) Sex ohne Kondom besteht ein höheres Risiko, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken.

Siehe auch


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Straßenstrich aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.